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SCHACHKLUB OBERKIRCH E.V.


Gründungsgedanken

(KPT) Wir schreiben das Jahr 753 v. Ch. Zwei junge Männer, 30 Jahre Alt, übrigens Zwillinge, wandern durch Mittelitalien. Es sind die Söhne des Kriegsgottes Mars und dessen Liierter, Frau Rhea Silvia, Tochter des Trojanerhelden Aeneas. Ihre Namen sind bekannt: Romulus und Remus. An einem Schild bleiben sie stehen. "Zu den sieben Hügeln" steht da in latinischer Sprache. Aventin, Caelius, Palatin, Kapitol, Esquilin, Viminal und Quirinal.

Romulus gefällt die Gegend. Er zählt die Hügel und stellt fest, daß es acht sind. Ach ja, der Vatikan ! Aber der gewinnt ja erst viel später an Bedeutung. Flugs entschließt er sich zu einem Gambit, nein, kein Damengambit, zu einem Brudergambit. Warum, so wird man fragen ! Nun, Romulus hat eine Idee und er hat einen Grund zu einer Gründung. Rom soll doch später etwa "Rem" heißen ! Er gründet Rom, die Weltstadt eines Weltreiches. Eine Einrichtung die bis auf das Weltreich bis heute Bestand hat.

Zwei Jahrtauende später. Genauer gesagt 1859. Solferino, ein kleiner Ort irgendwo in Italien. Soeben ist die Schlacht zwischen Franzosen und Österreichern beendet worden. Ein 30jähriger Mann wandert schweren Schrittes durch die gelichteten Reihen der Sieger und Besiegten. überall Wimmern, Schmerzensschreie, Weinen und Wehklagen. Der Mann ist Schweizer und heißt Henri Dunant. Auch er hat eine Idee. Der Grund einer Gründung liegt vor: niemand kümmert sich um die Verletzten und Schwerverwundeten. Henri gründet die "Genfer Konvention" und das "Rote Kreuz". Einrichtungen mit Bestand.

Ein knappes Jahrhundert später- 1946. Das "Tausendjährige Reich" liegt in Trümmern. Doch Phönix steigt ja bekanntlich aus der Asche. Ein 30 Jahre alter Mann radelt von Oberkirch nach Offenburg. Sein Vehikel hat weder Gangschaltung noch Bremsbeläge Die Sattelfedern quietschen, die Bereifung sieht nicht gut aus. Als Bremse dient der sogenannte "Rücktritt". Der Rahmen des "Drahtesels" ist nicht aus Leichtmetall, er wiegt schon einiges und der Gesundheitslenker trägt seinen Namen zu Unrecht. Einmal pro Woche nimmt der Mann die Strapazen auf sich, um auf der alten "B28"-heute würde mann die Straße als schlecht gepflegten Feldweg bezeichnen- durch Nußbach, über Appenweier, dann 10 Kilometer über holpriges Kopfsteinpflaster- heute die gepflegte "B3"- vorbei an winzigen Örtchen namens Winschläg und Bohlsbach in die 14000-Seelen-Gemeinde Offenburg zu fahren.

Nachts fährt er dann wieder nach Hause. Schnee, Regen, Hagel, Gewitter, Glatteis, Nebel, Hitze, Kälte, nichts kann ihn aufhalten. Der Dynamo schleift surrend und ratternd gegen die Vorderradbereifung. Ein dünner Lichtsstrahl, wenn überhaupt, läßt ahnen, daß man sich (noch) auf der Straße befindet. Straßenbeleuchtung ? Fehlanzeige. Nur Mond und Sterne weisen den Weg.

Nur, wer ist dieser Mann und warum quält er sich allwöchentlich so ab ? Es ist der 30 Jahre alte Oberkircher Max Nippel und er quält sich nach Offenburg, um -- Schach zu spielen. Zwei lange Nachkriegsjahre macht er das, dann "stinken" ihm die vielen Pannen und das allwöchentliche "Schinden".

Er hat eine Idee. Eine gute Idee. Und eine Idee ist bekanntlich ein Grund zu einer Gründung. Max Nippel beschließt, den "Drahtesel" in der Garage zu lassen und einen eigenen Schachklub zu gründen- den Schachklub Oberkirch. Wie man sieht, eine Einrichtung mit Bestand.

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